Die Wucht der Angriffe auf das Arbeitszeitgesetz hatte nach der Rechtswende bei den Bundestagswahlen 2017 zugenommen. Die Kapitalverbände trommeln seit geraumer Zeit für eine Deregulierung im digitalen Zeitalter. Gefordert wird ein größerer gesetzlicher Spielraum für die Überschreitung der Höchstarbeitszeit von zehn Stunden und die Unterschreitung der Mindestruhezeit von elf Stunden – arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz. Auch nach dem Scheitern der „Jamaika“-Verhandlungen gilt unabhängig von den zu erwartenden neuen politisch-parlamentarischen Konstellationen weiterhin: Hände weg vom Arbeitszeitgesetz! Hierzu mein Beitrag.

Auch unter Linken ist das Thema strittig. Eine ehemalige Bundestagsabgeordnete der LINKEN will ebenfalls die Höchstgrenzen zugunsten einer „work-linfe.balance“ streichen. Ich halte im ND (29.3.2018) dagegen: Flexible Spielräume gibt es schon jetzt genug. Deshalb: Hände weg vom Arbeitszeitgesetz! Tarifvertragliche Regelungen mit einem individuellen Recht auf „kurze Vollzeit“ weisen eine Alternative zur gesetzlichen Deregulierung auf, um eine bessere Work-Life-Balance hinzubekommen und berufliche und private Lasten gleichermaßen zu bewältigen. Dies ist allerdings ein politischer Machtkonflikt, wie die zurückliegende Metall-Tarifrunde zeigt. Meine Entgegnung hier.